Ursachen für Defekte am Zündmodul

Ein häufiger Grund für Probleme in der Zündanlage ist ein defektes Zündmodul (Leistungsendstufe), das die Stromversorgung der Zündspule schaltet. Meist fällt es durch Überhitzung aus – infolge zu hoher Belastung oder fehlerhafter Versorgung und Ansteuersignale.

Warum das Zündmodul ausfällt

Viele Probleme, die als Fehler der Zündanlage diagnostiziert werden, gehen auf ein defektes Zündmodul (Leistungsendstufe) zurück. Dieses spezielle Modul schaltet anhand der Impulse vom Motorsteuergerät die Stromversorgung der Zündspule ein und aus – dadurch entsteht der Funke zwischen den Elektroden der Zündkerze.

Meist wird das Modul beschädigt, weil die zulässige Betriebstemperatur seiner elektronischen Bauteile überschritten wird. Dazu kann es kommen durch:

  • übermäßige Belastung des Moduls
  • Probleme mit der Spannungsversorgung und den Signalen, die dem Modul zugeführt werden
Überhitztes Zündmodul

1. Überhitztes Modul

Durchgebranntes Steuerelement im Zündmodul

2. Durchgebranntes Steuerelement des Moduls

An das Modul sind meist 3 Leitungen angeschlossen: die Versorgungsspannung (Klemme 15), die Masse (Klemme 1) und der Auslöseimpuls für die Zündspule (die Klemmenbezeichnung ist der technischen Dokumentation zu entnehmen – häufig Klemme 21 oder 24), der in der Regel vom Motorsteuergerät kommt. Jede Störung bei einem dieser Signale kann das Modul beschädigen.

Wird das Zündmodul also übermäßig heiß, liegt vermutlich ein Problem in der Fahrzeugelektrik vor, und das Modul wird in Kürze ausfallen.

Bemerken Sie die Erwärmung, bevor das Modul defekt ist, sollten Sie die Ursache dafür ermitteln. Ist eine Zündspule ausgefallen, weil das Modul durchgebrannt ist, muss ebenfalls die Ursache gesucht werden – sonst ist nach dem Austausch einer Zündspule mit integriertem Modul ein erneuter Ausfall wahrscheinlich.

Verschleiß von Zündkerzen und Zündkabeln

Zunächst ist Verschleiß an Bauteilen der Zündanlage wie Zündkerzen und Zündkabeln auszuschließen. Ein zu hoher Widerstand erhöht den Energiebedarf der Zündspule, die von diesem Modul angesteuert und versorgt wird.

Spannungsversorgung und Masse

Zweitens muss eine einwandfreie Spannungsversorgung sichergestellt sein. Es genügt nicht zu prüfen, ob nach dem Einschalten der Zündung die richtige Spannung (11,5–14,4 V) anliegt – entscheidend ist auch der Wert unter Last. Vor allem geht es um mögliche Spannungseinbrüche durch beschädigte Verbindungen und Versorgungsleitungen. Teilweise wird eine zusätzliche Masseleitung der Zündspule verlegt, die das Modul umgeht – gerade um eine Überhitzung durch den Stromfluss über das Modul zu verhindern. Diese Leitung ist mit dem Motorblock zu verbinden.

Zusätzliche Masseleitung einer Zündspule mit Modul

3. Zusätzliche Masseleitung einer Zündspule mit Modul

Ansteuersignal

Der letzte Punkt ist das Ansteuersignal. Ein korrektes Signal ist rechteckig und liegt zwischen 0 V und 12–14 V. Das ist jedoch nicht immer so, weil das Signal bei vielen Konstruktionen von induktiven Sensoren stammt. Diese arbeiten ähnlich wie ein Dynamo: Nähert sich ein Zahn, ändert sich das elektromagnetische Feld und in der Sensorspule wird eine Spannung induziert; in der Zahnlücke entsteht eine negative Spannung. Genau diese negative Spannung ist problematisch und muss herausgefiltert werden. Das übernimmt meist das Motorsteuergerät – manchmal versagt jedoch auch dieses und lässt die negative Spannung als Auslöseimpuls an den Steuerkontakt der Zündspule durch. Zeigt die Messung der Spannung bzw. des Spannungsverlaufs am Steuerkontakt der Zündspule Werte unter 0 V, verursacht genau diese Potenzialdifferenz eine übermäßige thermische Belastung des Moduls und letztlich seinen Ausfall. Sofern kein interner Defekt des Steuergeräts vorliegt, hilft es manchmal, die Masseverbindung des Steuergeräts zu prüfen.

Achten Sie außerdem darauf, ob nur das Modul oder auch die Zündspule beschädigt ist.

Diagnose einer defekten Zündspule

Bei der Diagnose einer defekten Zündspule sollten Sie daher folgende Punkte prüfen:

  • Anschlüsse der Zündspule – korrekter Anschluss, saubere Steckverbindungen, keine Kriechströme
  • einwandfreie Masseverbindungen zur Fahrzeugkarosserie
  • Funktion der Sensoren und Filterung ihrer Signale
  • Funktion des Spannungsreglers und korrekte Spannung im Bordnetz